Im Rahmen einer Webinar-Reihe des Gründerzentrum Parsberg in Kooperation mit der Krankenkasse Die Techniker hat WALEA gemeinsam mit Verena Meindl von Auszeit-Stressbewältigung ein Webinar zum Thema Burnout und Stress abgehalten. Hier sind die wesentlichen Inhalte noch einmal zusammengefasst:

Stressstudie „Entspann dich Deutschland“ (Die Techniker Krankenkasse, 2021)

  • Zwischen 2013 und 2021 stieg der Anteil der manchmal bis häufig Gestressten von 57% auf 64% an
  • Die Hauptursachen für Stress sind Studium/Beruf und hohe Ansprüche an sich selbst
  • Stressempfinden steigt bei hohen Arbeitszeiten

Burnout – Gut zu wissen

Burnout bezeichnet einen Zustand, bei dem Betroffene durch andauernden beruflichen Stress derart belastet sind, dass sich ein Zustand physischer und emotionaler Erschöpfung mit deutlich reduzierter Leistungsfähigkeit einstellt.

Symptome:

  • ständige Erschöpfung, Depersonalisation (= Gefühl der Entfremdung der eigenen Person), verminderte Leistungsfähigkeit, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit
  • Jede:r dritte Betroffene hat außerdem Schlafstörungen

Burnout-Zahlen in Deutschland:

  • Ca. 13 Mio. Arbeitnehmer:innen von Burnout betroffen
  • Ca. 6-7 Monate Arbeitsausfall
  • Ca. 71 Mrd. Euro Produktionsausfallkosten und verlorene Bruttowertschöpfung

Sieben Stufen des Burnout (nach Burisch)

  1. Überaktivität
  2. Reduziertes Engagement
  3. Emotionale Reaktionen
  4. Abbau der Leistungsfähigkeit
  5. Verflachung
  6. Psychosomatische Reaktion
  7. Verzweiflung

Risikofaktoren für Burnout

  • Hohe Arbeitslast und Zeitdruck
  • Unerreichbare, unrealistische Ziele
  • Kontrollverlust: Mangel an eigenem Einfluss auf Arbeitsgestaltung, Aufgaben oder Abläufe
  • Fehlende Wertschätzung, Anerkennung oder Belohnung
  • Mangel an Gemeinschaft oder Zusammenhalt
  • Wertekonflikt: Erledigung von Aufgaben gefordert, die innerlich abgelehnt werden
  • Unscharfe Grenzen zwischen Beruf und Privatleben (z.B. ständige Erreichbarkeit)
  • Perfektionistisch veranlagte Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst oder dem Drang zur Erfüllung der Ansprüche anderer selbst bei Überforderung
  • Probleme beim NEIN sagen

Burnout – Prävention   

  • Entspannungs-Atmung:
    • Optimal sind vier Sekunden ein- und sechs Sekunden ausatmen
    • Auf verlängerte, tiefe Ausatmung achten
  • Ressourcen- und Sinnstärkende Fragen:
    • Was gibt mir Kraft?
    • Wie sollte mein optimaler Tag aussehen?
    • Was habe ich heute alles geschafft?
    • Was ist mir heute/generell wichtig?
  • Gute Gewohnheiten (auf Basis der Ressourcen- und Sinnstärkenden Fragen) schaffen:
    • 45% der Gedanken, Gefühle & Handlungen beruhen auf Gewohnheiten
    • In ca. zwei Monaten gehen Handlungen in automatisierte Verhaltensweisen über
    • Beispiele: 2x/Woche Yoga machen, Regelmäßige Achtsamkeitsübungen
  • Innere Einstellung und Umgang mit Stress:
  • Fehler akzeptieren
    • Nein sagen
    • Hilfe annehmen
    • Kontrolle abgeben
    • Probleme angehen
    • Sich Zeit lassen
    • Multitasking vermeiden
    • Prioritäten setzen
    • Ruhe schaffen
    • Arbeitsweise überdenken

Weitere Informationen zu Burnout folgen demnächst in einem eigenen Blogartikel auf der WALEA-Website!

Burnout / andere psychische Belastungen – Was nun?

Hilfe suchen und annehmen ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Stärke!

Anlaufstellen:

  • Hausärtzt:innen (Krankschreibung und Überweisung an Expert.innen)
  • Psychotherapeut:innen (Ärzt:innen– und Therapeut:innensuche; Tel. 116 117)
  • Neurolog:innen und Psychiater:innen (Krankschreibung, Medikamente)
  • Fachberatungsstellen (Spezialisiert auf bestimmte Themen wie z.B. Sucht/ Erziehung)
  • Krisendienste bei akuten Krisen (www.krisendienste.bayern; Tel.: 0800/655 3000)
  • Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de ; Tel.: 0800/111 0111​)
  • Kliniken (Akutstationen, Tagesklinik, Reha, Psychosomatik, Institutsambulanzen)
  • Online-Angebote (z.B. Deprexis bei Depressionen, Vorvida bei Alkoholabhängigkeit, Somnio bei Schlafstörungen oder Velibra bei Angststörungen; alle auf Rezept der Krankenkassen)

Informationsquellen:

Quellen:  

  • Maslach, C. (1982). Burnout: The cost of caring. Englewood Cliffs: Prentice Hall
  • Burnout-Broschüre (Keck)
  • „Entspann dich, Deutschland!“ (TK-Stressstudie 2021)
  • Krank im Job: Burnout und die Folgen (Burisch, 2019)
  • Strategien gegen Burnout (Geo Wissen, Nr. 63, 2019)

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